PKV FAQ

Von Jan am 16. Oktober 2019 in Finanzen

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet die maximale Höhe des Einkommens (bei Angestellten: des Bruttoeinkommens), die für die Berechnung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse herangezogen werden dürfen. Sie liegt zur Zeit bei 53550 € jährlich, bzw. 4462,50 € monatlich (Stand 2014). Alle darüber hinaus gehenden Einkünfte bleiben außen vor.

Was ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Sozialversicherungspflichtig Angestellte sind nur dann in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, wenn ihr Bruttoeinkommen eine bestimmte Höhe nicht übersteigt. Dieser Betrag wird in der Jahresarbeitsentgeltgrenze festgesetzt und liegt aktuell bei 53 550 €/Jahr, bzw. 4 462,50/Monat (Stand 2014). Sobald diese Grenze überschritten wird, besteht die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird gerne mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt.

Was ist die Gesundheitsprüfung?

Die Höhe der Tarife wird vom Versicherungsträger nach einer Risikoberechnung festgelegt. Dabei spielen allgemeine Erwägungen, wie Eintrittsalter und die Auswertung von Statistiken, aber auch der individuelle Lebenslauf des (potentiellen) Kunden eine Rolle. Die individuelle Risikobewertung erfolgt über die sogenannte Gesundheitsprüfung.

Praktisch gesehen bedeutet die Gesundheitsprüfung vor allem eines: Papierkram!

Mit der Antragsstellung erhalten Sie einen Gesundheitsfragebogen. Hierin werden üblicherweise ambulante Behandlungen der letzten drei (oder fünf) Jahre, sowie stationäre Aufenthalte der letzten zehn Jahre abgefragt. Oft werden (als Teil der Prüfung) Auskünfte vom Hausarzt eingeholt. Dies ist aber nur möglich, wenn Sie Ihren Hausarzt schriftlich von seiner Verschwiegenheitsverpflichtung entbunden haben.

Es ist besonders wichtig, die Fragen der Gesundheitsprüfung gewissenhaft zu beantworten, da fehlende oder falsche Angaben ernsthafte Konsequenzen für das Vertragsverhältnis haben können.

Kann ich bei der Gesundheitsprüfung “durchfallen”?

Grundsätzlich können private Versicherer Antragstellern die Aufnahme verweigern, lediglich für den jeweiligen Basistarif, der sich am Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse orientiert, ist eine Ablehnung nicht zulässig.

In der Praxis sind solche Ablehnungen jedoch selten.

Bei bestimmten Vorerkrankungen und/oder besonderen Risikofaktoren kommen i.d.R. tarifliche Anpassungen zum tragen:

  • Ausschluss bestimmter Leistungen.
  • Risikozuschläge, die in bestimmten Fällen (und auf Antrag) auch wieder entfallen können.

Hier muss im Einzelfall geschaut und gründlich abgewogen werden.

Wer darf in die private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung steht all denen offen, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind. Das sind in erster Linie Selbständige und Beamte, aber auch Angestellte, deren Einkommen eine bestimmte Höhe übersteigt. Dieser Betrag wird in der Jahresarbeitsentgeltgrenze festgelegt und liegt momentan bei einem Bruttoeinkommen von 53550 € jährlich, bzw. 4462,50 € monatlich (Stand 2014).

Als Selbständiger in die gesetzliche Krankenversicherung?

Sie können als Selbständiger natürlich auch in der gesetzlichen Krankenkasse verbleiben. Sie sind dann voll beitragspflichtig. Da es so etwas wie einen Arbeitgeberanteil in diesem Falle nicht gibt, wären Sie mit 15,5% (Stand 2014) Ihres Einkommens dabei. Allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Als Selbständiger in die private Krankenversicherung?

Als Selbständiger haben Sie die freie Wahl zwischen gesetzlich oder privat. Es gibt keine Einkommensgrenzen zu beachten. Anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse wird der Tarif bei der privaten nicht in Prozenten, sondern individuell berechnet. Dadurch kann er günstiger ausfallen, was natürlich abhängig vom Eintrittsalter und eventuellen Vorerkrankungen ist und im Einzelfall betrachtet werden muss.

Als Angestellter in die private Krankenversicherung?

Als Angestellter sind Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Allerdings nur, wenn Ihr Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Verdienen Sie mehr, können Sie einen Wechsel in die private Krankenversicherung in Betracht ziehen.

Der Arbeitgeber zahlt zum Tarif den Arbeitgeberzuschuss hinzu. Dieser beträgt 50% der anfallenden Kosten. Allerdings gibt es eine Obergrenze. Der Arbeitgeber muss nicht mehr beisteuern, als er bei gesetzlicher Krankenversicherung zahlen würde (Arbeitgeberanteil). Dieser Arbeitgeberanteil liegt fest bei 7,3% vom Brutto mit der Beitragsbemessungsgrenze als Limit.

Als Beamter in die private Krankenversicherung?

Als Beamter haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Eine Besonderheit ist hier allerdings, dass Beihilfe gezahlt wird.

Der Dienstherr gewährt Beihilfe zu den Kosten der Gesundheitsvorsorge (i.d.R. in Höhe von 50% bis 80%). Bei einer Entscheidung für die private Krankenversicherung muss diese nur den Restbetrag abdecken. Die Versicherer bieten dazu spezielle Beamtentarife an.

Durch die Beihilfe fällt die private Krankenversicherung oftmals sehr viel günstiger aus, als die gesetzliche Alternative.

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